Plakat der Ausstellung Stolz und Vorurteil, Juden im Blick mit Titel, Laufzeit 28. August bis 17. November 2026 und der Logoleiste der Förderer

Die Ausstellung

Woher weiß eine KI, wie Juden aussehen? Woher wissen Sie es? Und kann es überhaupt ein Bild von Jüdinnen und Juden geben, das der Vielfalt jüdischer Lebenswirklichkeiten und ihrer widersprüchlichen Geschichte gerecht wird?

Tickets und Besucherinfos

Einführungstext der Ausstellung

Woher weiß eine KI, wie Juden aussehen? Woher wissen Sie es? Und kann es das überhaupt geben: ein Bild von Jüdinnen und Juden, das der Vielzahl jüdischer Lebenswirklichkeiten, ihrer widersprüchlichen Geschichte und Gegenwart gerecht wird? Versuche, dieses Bild zu kreieren, hat es immer gegeben – in der Kunstgeschichte, in Hollywood und neuerdings auf Social-Media-Plattformen wie TikTok. Auch der Filmemacher Nico Beyer hat diesen Versuch unternommen. Seine hier gezeigten Kurzfilme sind Porträts, Miniaturen jüdischer Gegenwart in Europa, die als skizzenhafte Einblicke keinen Anspruch auf Gesamtdarstellung erheben. Trotzdem wollen sie zeigen, mit welchem Stolz, welchem Zweifel, welcher Normalität sich ihre jüdischen Protagonisten vor der Kamera inszenieren. Das Credo der Filme: viele Bilder statt des einen Bildes von Jüdinnen und Juden.

Nur sind auch diese vielen Bilder umkämpft. Sie müssen sich vor dem Blick von außen, den Zuschreibungen einer nichtjüdischen Mehrheit, ebenso behaupten wie im innerjüdischen Ringen um Repräsentationsansprüche. Wer zeigt hier also wen und wie? Hörbar werden diese Behauptungskämpfe in der Audioinstallation, die die Filme von Nico Beyer umgibt. Dort finden sich alle Schwierigkeiten, die der heutige Blick auf Jüdinnen und Juden sowie ihre (Selbst-)Darstellung in Bildern mit sich bringt: verzerrende Stereotype, Hasskommentare in den sozialen Medien, KI-Fakes, antiisraelische Bildpropaganda infolge der Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und die grundsätzliche Frage, ob es unabhängig von dieser antisemitischen Bilderflut ein selbstbestimmtes, wahrhaftiges Bild von Juden geben kann.

Titelwand und Audioinstallation

Ausgangspunkt dieser Audioinstallation ist der historische Ort, an dem wir uns befinden: die ehemalige Frauenempore der Neuen Synagoge. Ein Ort, der sowohl für jüdische Geschichte und Mehrstimmigkeit als auch für eine bestimmte Form traditioneller Ordnung und damit Trennung steht. Belebt von den Stimmen aus den Lautsprechern wird dieser Ort zu einem Resonanzraum für die gezeigten Filme. In ihm tauchen Fragmente eines medialen, gesellschaftspolitischen und historischen Kontextes auf, der die visuelle (Selbst-)Darstellung von Jüdinnen und Juden bis heute prägt: kurze Ausschnitte aus Gesprächen mit dem Medienwissenschaftler Tobias Ebbrecht-Hartmann, der jüdischen Content-Creatorin Rosa Jellinek, der Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch, der Kunstkritikerin Hili Perlson und der Antisemitismusforscherin Daniela Santus. Ergänzt durch historische Dokumente zum nie vollendeten Testfilm „Below the Surface“ von 1945 und die interaktive „Speaker’s Corner“, in der Ihre eigene Stimme zu einem Teil der Installation werden kann. Was Sie hören und welcher Kontext sich Ihnen dabei eröffnet, hängt von Ihrem Standpunkt ab.

Die ausführlichen Gespräche können Sie auf der „Vertiefungsebene“ im hinteren Teil des Ausstellungsraums oder im oberen Eingangsbereich hören.

Vertiefungsebene

Hier können Sie sich die in der Audioinstallation verwendeten Gespräche in voller Länge anhören. Erfahren Sie mehr über die Probleme und Möglichkeiten, die visuelle (Selbst-)Darstellung von Jüdinnen und Juden heute prägen.

Gespräche mit Medienwissenschaftler Tobias Ebbrecht-Hartmann, Content-Creatorin Rosa Jellinek, Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch, Kunstkritikerin Hili Perlson und Antisemitismusforscherin Daniela Santus.

Die Gespräche der Vertiefungsebene

Gespräch mit Tobias Ebbrecht-Hartmann

Die Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023 waren für Jüdinnen und Juden weltweit eine Zäsur. Im Gespräch ordnet der Medienwissenschaftler Tobias Ebbrecht-Hartmann ein, wie die Gewalttat auch die Bilder über Jüdinnen und Juden sowie Israelis, die auf Plattformen und in klassischen Medien zirkulieren, verändert hat. Was hat die antisemitische Bildpropaganda der Hamas mit den Bildern der Shoah zu tun? Und wie verändert die Verwendung generativer KI unsere visuelle Kultur?

Tobias Ebbrecht-Hartmann ist Associate Professor für Visuelle Kultur, Medienwissenschaft und German Studies an der Hebrew University of Jerusalem. Zu seinen Schwerpunkten zählen die Erinnerung an die Shoah, Visual History sowie die Bewahrung des digitalen Kulturerbes. 2025 erschien sein Essay „Gewalt als Bild: Die Bilder vom 7. Oktober im Spiegel der visuellen Erinnerung an die Shoah“.

Gespräch mit Rosa Jellinek

Was bedeutet es, die Vielfalt jüdischer Gegenwart online zu zeigen? Welche Reaktionen erlebt man, wenn man auf Instagram als queere Jüdin sichtbar wird? Und kann man Antisemit:innen mit Gegenbildern wirklich überzeugen? Auf diese Fragen antwortet die Content Creatorin Rosa Jellinek im Gespräch. Und sie erklärt, warum sie trotz Anfeindungen und Zweifeln weiter um eine selbstbestimmte Darstellung von Jüdinnen und Juden ringt.

Rosa Jellinek ist Content-Creatorin (@rose_igeaussichten), Aktivistin und politische Bildnerin. Sie arbeitet online und offline zu den Themen Judentum und Antisemitismus, Queerness und Feminismus sowie Internetaktivismus und Hate Speech. Derzeit ist sie als TikTok-Creatorin am Jüdischen Museum Berlin beschäftigt und studiert Philosophie und Geschichte.

Gespräch mit Gertrud Koch

Die Frage, wie man Juden in Filmen und allgemein in Bildern darstellen kann, ist keine neue. Genauso wenig die Schwierigkeiten, die mit dieser Darstellung einhergehen. Im Gespräch erzählt die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch von dem einzigartigen Filmprojekt „Below the Surface“, einem sogenannten Testfilm, der 1945 als Reaktion auf die Shoah und den Antisemitismus in der amerikanischen Gesellschaft entstehen sollte. Sie erklärt, an welchem Darstellungsproblem der Film schließlich scheiterte. Wie wirkt sich dieses historische Beispiel heute noch aus?

Gertrud Koch ist emeritierte Professorin für Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Sie forschte und lehrte u.a. an der Brown University, der Universität Oslo und an der New York University (NYU) Film- und Bildtheorie. Als Mitherausgeberin feministischer Filmzeitschriften und Autorin von Standardwerken der Filmphilosophie prägte sie die Filmkultur.

Gespräch mit Hili Perlson

Nicht nur in der Medienwelt wird um Bilder gestritten. Auch in der Kunst müssen Jüdinnen und Juden um ihre Bilder kämpfen. Welche Rolle jüdische Darstellungstraditionen in der Kunstgeschichte spielen und wie israelische und jüdische Künstler:innen seit dem 7. Oktober 2023 nach neuen Ausdrucksformen für ihre Erfahrungen als Jüdinnen und Juden sowie Israelis suchen, erklärt die Kunstkritikerin Hili Perlson in diesem Gespräch.

Hili Perlson ist unabhängige Kunstkritikerin mit über zwanzig Jahren Erfahrung. Sie ist Executive Editor von Forecast, einem interdisziplinären Programm zur Förderung neuer künstlerischer Produktionen.

Gespräch mit Daniela Santus

KI ist in aller Munde, oder besser: in aller Augen. Synthetische Bilder, generiert oder manipuliert von der sogenannten Künstlichen Intelligenz, fluten bereits alle Kanäle und werfen die Frage auf, wie sich unsere visuelle Kommunikation grundlegend verändert. Aber woher bezieht die KI ihre Vorstellungen von Jüdinnen und Juden? Wie sehen diese Vorstellungen konkret aus? Und was lässt sich gegen die massenhafte Verbreitung antisemitischer KI-Bilder tun? Darauf antwortet die Antisemitismusforscherin Daniela Santus.

Daniela Santus ist Professorin für Kulturgeografie an der Universität Turin. Ihre Forschung untersucht das Verhältnis von Raum, Religion und Gesellschaft, mit besonderem Schwerpunkt auf der Geografie des Judentums sowie den verschiedenen Dimensionen des Antisemitismus: von akademischen Formen des „respektablen Vorurteils“ bis zu gegenwärtigen Erscheinungsformen in sozialen Medien und der Künstlichen Intelligenz.

Das kuratorische Konzept

Konzept

Ausgangspunkt der Ausstellung sind circa 15–20 Kurzfilme von Nico Beyer – Miniaturen und Porträts, die unterschiedliche geografische, gesellschaftliche und persönliche Perspektiven auf jüdische Gegenwart in Europa eröffnen. Umgeben sind sie in der Ausstellung von einem räumlichen und auditiven Parcours, der die Filme medienhistorisch, gesellschaftspolitisch und filmkulturell kontextualisiert, um nach Möglichkeiten und Problemen visueller Repräsentation von Juden heute zu fragen. Die Problemstellungen jüdischer (Selbst-)Darstellung sollen so nicht nur thematisiert, sondern sinnlich erfahrbar werden. Die Darstellung jüdischen Lebens ist bis heute von Spannungen, Projektionen und stereotypen Zuschreibungen geprägt. Anstatt diese aber allein als Hindernis im Sichtbarwerden zu begreifen, versucht die Ausstellung, sie Teil einer kritischen Repräsentation werden zu lassen: in Form von in sich gebrochenen Bildern, die ihre eigenen Verzerrungen, Unzulänglichkeiten oder Manipulationen erkennbar zeigen. Ziel ist es, Widersprüche, Unsicherheiten und emotionale Brüche jüdischer Gegenwart und Geschichte in Europa erfahrbar zu machen, ohne diese in positive Selbstrepräsentation aufzulösen oder die Möglichkeit von visueller Darstellung grundsätzlich zu verwerfen.

Dafür soll zwischen Nico Beyers Filmen und dem sie umgebenden Ausstellungsparcours ein bewusstseinsschärfendes Wechselspiel entstehen: Die Filme bieten mit ihrer Kürze, Affektivität und Skizzenhaftigkeit einen unmittelbaren Zugang zu ihren Protagonist:innen und deren Lebenswelt. Der auditive Kontext legt gleichzeitig die historischen, politischen und medialen Bedingungen offen, unter denen Bilder jüdischen Lebens entstehen. Das Zusammenwirken beider Ausstellungsebenen soll ein Problembewusstsein dafür hervorbringen, warum jüdische Sichtbarkeit notwendig, aber auch voller Widersprüche ist.

Räumlicher Aufbau

Beim Betreten des Ausstellungsraums fallen zunächst die Filme auf. Zu sehen sind sie auf großen Screens, die zwischen den markanten Metallsäulen der ehemaligen Frauenempore der Synagoge prangen; hörbar werden die Filme ausschließlich über Kopfhörer sein. Noch bevor man zu den Screens gelangt, umgibt einen die Audioinstallation. Je nach Position der Besucherinnen und Besucher verändern sich dabei die hörbaren Stimmen – Gespräche, gelesene Dokumente, eingesprochene Erfahrungsberichte und Chorgesang. Es entsteht ein vielschichtiges Stimmengewölbe, das die Filme kontextualisiert und mit ihnen in einen unerwarteten Dialog tritt.

Nähert man sich einer Projektion oder einem Screen, tritt der Ton des gezeigten Films stärker hervor, während andere Stimmen im Raum leiser werden oder verschwinden. Die Besucherinnen und Besucher bewegen sich so durch eine akustische Landschaft, die historische Reflexionen, aktuelle Debatten und persönliche Erfahrungen miteinander verbindet. Anders als in klassischen Ausstellungen konkurrieren die Filmbilder nicht mit weiteren Bildern oder langatmigen Texttafeln, sondern mit gesprochener Sprache, dem Flüstern der Geschichte oder den dringlichen Rufen von Gegenwart und Zukunft.

Das Stimmengewölbe

Die über gesteuerte, offene Lautsprecher zirkulierenden Stimmen gliedern sich in vier Bereiche: Geschichte, Gegenwart, Zukunft und die partizipative „Speaker’s Corner“.

Das historische Kapitel untersucht die lange Tradition des filmischen Darstellungsproblems jüdischen Lebens – insbesondere im Schatten der Schoah. Im Mittelpunkt steht das zwischen 1945 und 1947 von Vertretern der exilierten Frankfurter Schule, des American Jewish Committee und von großen Hollywood-Produzenten initiierte Filmprojekt Below the Surface. Ein Film – konzipiert als soziologischer Testfilm und Lehrstück gegen Antisemitismus –, der nie verwirklicht wurde. Ein Film, der an seinem Problem scheiterte, Juden filmisch darstellen zu wollen, ohne gängige gesellschaftliche Vorurteile über Juden zu verstärken. Eingeführt wird der Film und sein Darstellungsproblem über Gespräche mit der Filmtheoretikerin Prof. Gertrud Koch, über gelesene Passagen des Skripts und der Briefwechsel zwischen verschiedenen am Projekt beteiligten Autoren, wie Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Siegfried Kracauer und Produzenten wie Dore Schary von RKO. Das historische Kapitel fungiert damit als Gedächtnisraum der Ausstellung und zeigt, dass aktuelle Debatten über eine längere Vorgeschichte verfügen.

Das Kapitel zur Gegenwart widmet sich insbesondere der Bildproduktion nach dem 7. Oktober. Expertengespräche sowie Erfahrungsberichte jüdischer Content-Creator beleuchten die Rolle sozialer Medien, Strategien der Sichtbarmachung jüdischen Lebens und die Chancen und Risiken digitaler Plattformen. Dabei geht es nicht nur um antisemitischen Missbrauch von Bildern bis hin zu terroristischen Medienstrategien der Hamas, sondern auch um die alltägliche Praxis jüdischer Selbstrepräsentation in einer von Bildern geprägten Medienkultur – um Witz, Gegenwehr und Resilienz. Gesprächspartner:innen sind hier unter anderem der Medienwissenschaftler Prof. Tobias Ebbrecht-Hartmann, die Kunstkritikerin Hilli Perlson und die jüdische Influencerin Rosa Jellinek.

Das Zukunftskapitel fragt nach den Auswirkungen generativer KI auf Wahrheit, Sichtbarkeit und Selbstrepräsentation. Welche Bedeutung können Bilder noch beanspruchen, wenn ihre Beziehung zur Wirklichkeit immer unsicherer wird? Wie verändern sich Fragen von Identität und Repräsentation, wenn jeder Mensch potenziell unbegrenzt Bilder von sich selbst erzeugen oder erzeugen lassen kann? Oder wenn Falschinformationen glaubhaft und in ungekannten Mengen Newsfeeds fluten? Das Kapitel versteht sich als offener Denkraum über die Zukunft visueller Kultur und ihre Folgen für die Repräsentation von Minderheiten in einer demokratischen Öffentlichkeit. Dabei werden Expert:innen wie die KI-Forscherin Daniela Santus zu Wort kommen, aber auch weitere digitalpolitische Akteure.

Zuletzt können Besucherinnen und Besucher im hinteren Bereich des Ausstellungsraums, genauso wie seitlich des Eingangs, als barrierefreie Option, die in der Audioinstallation nur als Fragmente hörbaren Gespräche über Tablets in voller Länge hören. So sollen sich die im Ausstellungsraum assoziativ zusammenfügenden Kontexte bei Bedarf vertiefen lassen.

Gesamteuropäische Perspektive

Die Ausstellung ist inhaltlich auf eine möglichst breite gesamteuropäische Perspektive angelegt. Die unterschiedlichen Filme und Stimmen untersuchen jüdische Repräsentation in verschiedenen nationalen, kulturellen und medialen Kontexten. Als Wanderausstellung konzipiert, soll das Projekt an jedem Ausstellungsort durch lokale Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner, historische Bezüge und ortsspezifische Audiobeiträge erweitert werden. Dadurch entsteht ein Format, das allgemeine Fragestellungen mit regionalen Erfahrungen verbindet – Zugänglichkeit und Identifikation für das Publikum vor Ort erleichtert, um komplexe Probleme konkreter wahrnehmbar zu machen.

In Berlin, in der Neuen Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, wird neben den besonderen historischen Spuren des ehemaligen Synagogenraums ein Audiobereich das Gemeindeleben vor Ort in die Ausstellung einbinden. Historische Beschreibungen, aus einer Zeit vor der Schoah, sollen sich mit aktuellen Aufnahmen aus dem Alltag der Gemeinde überlagern und so den Ort und seine Bedeutung für das Ausstellungsthema bewusster machen.

Speaker’s Corner

Die „Speaker’s Corner“ erweitert die Ausstellung um eine offene, partizipative Ebene. Besucherinnen und Besucher bleiben nicht nur stumme Rezipienten, sondern werden selbst temporär zu Stimmen innerhalb des Ausstellungsraums. Eigene Audiobeiträge können Teil der Klanglandschaft werden und den Kontext der Ausstellung ergänzen.

Durch diesen hörbaren Widerhall entsteht eine produktive Form der Distanzierung und Selbstbeobachtung. Die Frage nach Sichtbarkeit und Repräsentation wird nicht nur verhandelt, sondern unmittelbar erfahrbar gemacht. Die Idee: Ausstellungsbesucher können sich selbst mit ihrem Bild von Juden konfrontieren – ihre Worte Teil des Kontextes werden lassen, der jüdische (Selbst-)Repräsentation bedingt. Dabei spielt das Setting der „Speaker’s Corner“ auch an das Design des soziologischen Experiments rund um den historischen Testfilm Below the Surface an.

Zielsetzung

Stolz und Vorurteil – Juden im Blick sucht nicht nach einer abschließenden oder „richtigen“ Darstellung jüdischen Lebens. Stattdessen macht die Ausstellung die Brüche, Unsicherheiten und Widersprüche sichtbar, die jede Form von Repräsentation begleiten – von Minderheiten im Allgemeinen, von Juden im Konkreten. Gerade in der Spannung zwischen Bild und verbalisiertem Kontext, Zeigen und Projektion, Selbstbeschreibung und Fremdzuschreibung kreiert sie einen neuen Blick auf jüdische Gegenwart in Europa. Die Ausstellung versteht Störung also nicht als Defizit, sondern als Erkenntnisform. Sie nutzt Irritation, Mehrstimmigkeit und Widerspruch, um Fragen zu provozieren, die sich einer einfachen Antwort – oder einem einfachen Bild – entziehen. Auf diese Weise wird Stolz und Vorurteil zu einem Ausstellungsprojekt über jüdische Sichtbarkeit. Einer Sichtbarkeit, die ihre Bedingungen, Grenzen und Möglichkeiten bewusst macht.

Typografisches Banner mit dem Ausstellungstitel Stolz und Vorurteil, Juden im Blick © Gestaltung: JEWLIF

Besuch auf einen Blick

  • Öffnungszeiten

    Sommer: Mo–Fr 10–18 Uhr, So 10–19 Uhr. Winter: So–Do 10–18 Uhr, Fr 10–15 Uhr. Sa geschlossen

  • Eintritt

    Regulär 7,00 €, ermäßigt 4,50 €, Familienticket 20,00 €

  • Anfahrt

    S-Bahn Oranienburger Straße, U-Bahn Oranienburger Tor

  • Barrierefreiheit

    Rollstuhlgerecht zugänglich

Fact Sheet

Laufzeit
28. August – 17. November 2026

Eröffnung
Donnerstag, 27. August 2026, 18 Uhr

Ort
Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, ehemalige Frauenempore, Oranienburger Straße 28–30, 10117 Berlin

Öffnungszeiten
Sommer: Mo–Fr 10–18 Uhr, So 10–19 Uhr. Winter: So–Do 10–18 Uhr, Fr 10–15 Uhr. Sa geschlossen

Eintritt
regulär 7,00 €, ermäßigt 4,50 € und als Familienticket 20,00 €

Barrierefreiheit
Rollstuhlgerecht zugänglich

Fläche
ca. 269 m²

Kuration
Jonathan Guggenberger

Produktion
KLING KLANG KLONG (Produktion, Konzeption, künstlerisch-technische Umsetzung)

Architektur
BÜROBERLIN (Ausstellungsarchitektur und Grafik)

Filme
Nico Beyer, Kurzfilmreihe 60sec.mentsh

Technik
6 Dialogstationen (Screen, Stuhl, Kopfhörer), 32 Mikrofonstative (14 klingend)

Veranstalter
Jüdisches Leben in Europa e. V. (JEWLIF), Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum

Ab 2027
Wanderausstellung in weiteren europäischen Städten

Förderung und Partner
Bundesministerium des Innern (BMI), aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages; Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt; Jüdische Gemeinde zu Berlin

Anfahrt
S-Bahn Oranienburger Straße, U-Bahn Oranienburger Tor

Impressum der Ausstellung

Titel
Stolz und Vorurteil – Juden im Blick, 28. August – 17. November 2026

Eine Ausstellung von
Jüdisches Leben in Europa e.V. (JEWLIF) & Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum

Ausstellungskonzeption und Ausstellungskuration
Jonathan Guggenberger

Produktion
KLING KLANG KLONG (Produktion, Konzeption, künstlerisch-technische Umsetzung)

Gestaltung
BÜROBERLIN (Ausstellungsarchitektur und Grafik)

Filmteam
Produktion und Konzept der Filme: Nico Beyer / Silent Revolver Shot. Kamera: Michael Mieke, Christoph Wißing, Rodolphe Seraphine. Musik: Christian Meyer. Schnitt: Michael Mieke, Peer Arne Sveistrup, Joel Marcus, Emil Schwarz. Assistenz: Emil Schwarz, Jude Dulake, Karisma Eteh, Gandhalii Tillu. Casting: Eva Vollmer. Projektmanagement: Maria Claudia Hacker, Julian Rademacher. Kurator: Andrei Aaron Kovacs

Team Stiftung
Ausstellungsteam: Monika Keenan & Anja Siegemund. Öffentlichkeitsarbeit: Jana Blechschmidt. Presse: Simon Behringer. Technik vor Ort: Florian Endel, Henry Lucke

Porträtierte
Daphna Awadish, Sarah Basic, Martyn Berg, Laurence B. Bernard, Zeevi Chaimovitch, Udi Cohen, Luna Cohen Solal, Philippe Cohen Solal, Tatia Gruenbaum, Polina Ivanova, Perry Joseph, Julia Kovacs, Dani Levy, Mikki Levy Strasser, Anja Lundholm, Martin Moszkowicz, Erez Ofer, Noga Shtainer, Andreas Tölke

Förderhinweis
Jüdisches Leben in Europa e.V. (JEWLIF) wird durch das Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags gefördert.

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Wer diese Ausstellung möglich macht

Eine Ausstellung von Jüdisches Leben in Europa e. V. (JEWLIF) und der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum. Gefördert durch das Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, Partner sind die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Jüdische Gemeinde zu Berlin.

Logos: Bundesministerium des Innern, JEWLIF, 60sec.mentsh, Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt